Verhaltensregeln

für freiwillige Helfer im Ausland


Ob Sie nun an Projekten zur Förderung nachhaltiger Entwicklung beteiligt sind, Kinder unterrichten und betreuen oder sich dem Naturschutz widmen - durch den Freiwilligendienst im Ausland haben Sie die Möglichkeit, ganz konkret zum Wohlergehen der Menschen, die Sie besuchen, beizutragen.

Unter Umständen können Reisende jedoch zu einer unnötigen Last werden, die man den Ortsansässigen nicht zumuten sollte. Wir hoffen, dass die folgenden, einfachen Ratschläge Ihr Bewusstsein für einige heikle Punkte schärfen und Sie somit genug Feingefühl beweisen können, um Schwierigkeiten zu vermeiden. Einige Hinweise beziehen sich auf die Umwelt und auf Maßnahmen zur Vermeidung von Umweltschäden. Schließlich bitten wir Sie, die wirtschaftliche Lage in den Regionen, die Sie besuchen werden, nicht außer Acht zu lassen. Legen Sie als Verbraucher ein verantwortungsbewusstes Verhalten an den Tag, auch wenn Sie sich auf einer Reise befinden und/oder Freiwilligendienst leisten.

 

5 Regeln für den Umgang mit der Natur

  • Werfen Sie keine Abfälle auf den Boden, auch nicht, wenn die Einheimischen es tun. Zeigen Sie stattdessen Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Natur und entsorgen Sie Abfälle sachgerecht.
  • Eventuell gibt es keine Wiederverwertungsmöglichkeiten, meiden Sie daher Produkte mit unverhältnismäßiger Verpackung. Benutzen Sie wiederverwendbare Glasflaschen. Verwenden Sie nur Seifen und Shampoos, die biologisch abbaubar sind.
  • Verzichten Sie auf Produkte, die zur Zerstörung natürlicher Lebensräume oder zum Raubbau an der Tierwelt beitragen.
  • Bleiben Sie auf den Pfaden, wenn Sie sich in freier Wildbahn bewegen, da Abweichungen vom Weg Abtragungen und viele andere umweltschädliche Auswirkungen zur Folge haben können.
  • Füttern und berühren Sie keine Tiere und treiben Sie sie nicht in die Enge, besonders wenn sie vom Aussterben bedroht sind oder eine Gefahr für Sie und Ihre Weggefährten darstellen.

 

5 Regeln für den Umgang mit den Menschen vor Ort

  • Informieren Sie sich vor Ihrer Ankunft über das Land, das Sie besuchen. Ein paar Worte in der Landessprache und ein Lächeln können viel ausmachen und werden von den dort lebenden Menschen geschätzt. Das alleine kann Ihnen Ärger ersparen oder problematische Situationen entschärfen.
  • Eventuell sind Ihnen die dortigen Sitten vollständig fremd. Sehen Sie genau hin und prägen Sie sich ein, was geduldet wird und was nicht. Räumen Sie im Zweifelsfall Ihre Unkenntnis ein, entschuldigen Sie sich und fragen Sie höflich um Rat.
  • Bitten Sie um Erlaubnis, bevor Sie Photos von Menschen und von ihrem Besitz machen. Beharren Sie nicht auf einem Photo, wenn Sie auf Ablehnung stoßen. Bieten Sie kein Geld für Photographien an. Willigen die Gefragten ein, sollten Sie keine Mühen scheuen, um ihnen einen Abzug zukommen zu lassen. Bittet man Sie nach der Aufnahme um Geld, bieten Sie stattdessen einen zuckerfreien Snack oder ein Andenken von zuhause an.
  • Geben Sie bettelnden Menschen kein Geld. Oftmals werden Kinder von „professionellen“ Bettlern vorgeschickt und ausgebeutet, da sie auf diese Weise mehr Einnahmen erzielen. Fördern Sie die Abhängigkeit von ausländischem Geld nicht und ermutigen Sie die Leute stattdessen, zur Schule zu gehen. Drängt man Sie, etwas zu geben, bieten Sie einen gesunden Snack oder ein Stück Obst an.
  • Unterstützen Sie das lokale Kunsthandwerk. Kaufen Sie echte, vor Ort gefertigte Souvenirs, meiden Sie Plastikimitationen, die in noch weniger entwickelten Ländern hergestellt werden. Unterstützen Sie den fairen Handel und machen Sie einen Bogen um Laden- und Restaurantketten. Es gibt viele Straßenmärkte auf denen ortsansässige Künstler ihre handgearbeiteten Waren feilbieten.


5 Regeln im Hinblick auf die Wirtschaft

  • Geben Sie nicht nur Geld aus – Sachhilfe ist gefragt. Geldzuwendungen sind manchmal nicht ausreichend und können wirkungslos bleiben. Dadurch, dass Sie Ihre Zeit und Ihre Energie einbringen, geben Sie den Einheimischen das Gefühl, dass der Rest der Welt sich kümmert. Auch wenn Sie nur ein paar Tage an einem Ort sind, kann das in einem armen Land eine Menge bedeuten.
  • Schießen Sie beim Verhandeln nicht über das Ziel hinaus. Was für Sie etwa dem Preis eines Kaugummis entspricht, kann in einem Entwicklungsland der Lohn für mehrere Tage Arbeit sein. Versuchen Sie nicht, ein paar Cent zu sparen, nur um des Sparens willen.
  • Denken Sie an die Umwelt! Finden Sie heraus, wie viel Kohlendioxid Sie auf Ihrer Reise produziert haben und versuchen Sie, Ihre Ökobilanz auszugleichen, indem Sie Geld für Forschung und Entwicklung von erneuerbaren Energien spenden. Benutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad, wo es sicher ist.
  • Stellen Sie Ihren Wohlstand nicht zur Schau. Bleiben Sie bescheiden, zurückhaltend und verlieren Sie die gewaltigen sozialen Ungleichheiten, die zwischen Ihrem Heimatland und Ihrem Gastland bestehen, nicht aus den Augen. Tragen Sie keinen teuren Schmuck oder elektronische Geräte sichtbar mit sich herum.
  • Informieren Sie sich über die Wirtschaft vor Ort und denken Sie darüber nach, wie fair sich die Handelsbeziehungen zwischen Ihrem Heimatland und Ihrem Gastland gestalten. Berichten Sie anderen von Ihren Erfahrungen, wenn Sie wieder zuhause sind. Unterstützen Sie die Bewegung für fairen Handel und stimmen Sie dafür, unfaire Bedingungen zu ändern.